Sri Lanka, Beachlife

Erstaunlicherweise vergingen die 6 Stunden Busfahrt von Nuwara Eliya nach Tangalle unheimlich schnell. Nach zwei Nickerchen, einer netten Unterhaltung mit einem Österreicher und einigen Snacks, hieß es schon wieder aussteigen.

Schon auf dem Weg erkannte man, dass der Süden doch wieder so ganz anders ist als das Hochland. Die unzähligen Fahrradfahrer auf den Straßen waren der endgültige Beweis dafür, dass es hier nicht so viele Berge geben wird, wie wir es bisher gewohnt waren.

Unser Guesthouse lag etwas außerhalb von Tangalle, weshalb wir uns eine entspannte Fahrt mit dem Tuk-Tuk gönnten. Das Häuschen lag zwar wieder direkt an der Straße, aber das war uns im ersten Moment völlig egal. Wir waren da. Um den Rest kann man sich später immer noch Gedanken machen – oder eben auch nicht. 😉

Zur Begrüßung wurde uns erstmal eine Tasse Tee gereicht. Wir hatten dieses Vergnügen schon in Nuwara Eliya und waren daher positiv überrascht, dass uns diese Nettigkeit auch hier zu Teil wurde. Der Tee wird hier entweder mit Zucker, oder mit erhitzter Milch serviert. Zusammen mit diesem unheimlich süßen Geschirr aus Porzellan, fühle ich mich dabei immer wie bei einer britischen Tee Time.

Einfach erstmal auf der Veranda sitzen, den Tee genießen, ankommen und durchatmen. Die nachfolgenden 1,5 Wochen sollten so viel anders werden, als es die ersten Tage waren.

Zum ersten Mal auf dieser Reise hatten wir ein Zimmer für uns alleine. Die Decke war nach oben hin offen, bis zum Dach. Direkt vor unserem Bett war ein großes Fenster, das uns den Blick auf einen wunderschönen Baum ermöglichte. Morgens aufwachen und den Streifenhörnchen im Baum beim Spielen zu zusehen, das hatte schon etwas. Wir wussten sofort, die zuerst gebuchten 2 Nächte würden hier nicht reichen.

Etwas später an diesem Tag, hieß es dann zum ersten Mal auf Sri Lanka: Bikini an! Der Weg zum Strand dauerte keine 10 Minuten. Ein paar Meter die Straße runter, beim Shop rechts um die Ecke, dem Feldweg einfach folgen. Nach 2 kleinen Gästehäusern, einem Tempel und ein paar schönen aber einfachen Hütten, kamen wir an einem wunderschönen Hotel vorbei. Laut der Aussage von Ranjid (unserem Gästehausbesitzer) sollte danach direkt der Strand kommen. Er behielt recht, vorbei am Hotel und da war er. Eine wunderschöne Bucht, mit einer Handvoll Fischerboote, 2 kleinen Restaurants, insgesamt verteilt am Strand vielleicht 20 Leute und ansonsten nichts! Ziemlich cooles Gefühl. Wir hatten so viel über den Strand in Tangalle und die Unmengen an Urlaubern gehört, die dort sein sollten und dann hatten wir da diesen unglaublichen Strand einfach fast für uns alleine. Wir schmissen uns erstmal in den Sand und machten GAR NICHTS. Einfach da liegen und genießen.

Einen der Tage verbrachten wir komplett am Strand und gönnten uns auf dem Rückweg sogar noch eine frische Kokusnus. Der Stand gehörte einer kleinen Familie die uns jedesmal beim Vorbeilaufen nett grüßte. Unser Mittagessen genossen wir direkt am Meer, keine 10 Meter vom Ufer entfernt auf einfachen Plastikstühlen. Wir hatten sogar das Glück und konnten einem Mitarbeiter des Restaurants beim „einkaufen“ zusehen. Er maschierte mit samt seiner Schnorchelausrüstung ins Wasser und kam 15 Minuten später mit einem gefangen Oktopus am Speer wieder zurück. Ich denke, das verdient die Bezeichnung: Frisch gefangen.

Die 4 Nächte die wir am Ende bei Ranjid verbrachten, vergingen wie im Flug. Wir buchten einmal das große Frühstück und einmal das selbst gekochte Abendessen von seiner Frau. Beides war köstlich und sein Geld absolut wert. Wir halfen ihm bei seinen Problemen mit der Booking.com Seite und er reichte uns dafür Tee und Kuchen ohne Ende. Der Mittagsschlaf wurde zu unserem festen Ritual und wir genossen einfach die gesamte Atmosphäre.

Wir hatten einen wahnsinnigen Spaß im Guesthouse von Ranjid, daher viel uns der Abschied am Ende doch etwas schwerer als sonst. Er begleitete uns noch zur Straße, hielt ganz entspannt einen Bus an, wir schmissen unsere Backpacks in den Kofferraum und los ging es nach Mirissa.

 

Von Mirissa hörten wir vorab schon jede Menge. Wir wussten, hier sollte es an Touristen nicht mangeln. Nachdem wir im neuen Guesthouse eingecheckt hatten, wollten wir uns selbst ein Bild von der Lage machen. Von unserer neuen Bleibe bis zum Strand waren es ungefähr 20 Minuten. Bei der Zeitangabe handelte es sich natürlich um entspanntes schlendern in Flip-Flops. Schon auf diesem doch relativ kurzen Weg, reihten sich die Hotels und sonstigen Unterkünfte aneinander ohne Pause. So langsam begriffen wir die Ausmaße. Am Strand gab es dann die letzte volle Dröhnung. Menschenmassen ohne Ende. Das Szenario erinnerte mich bissel an unseren Honischbeach im Sommer.

Nach dem ersten „ach du Schei.. Moment“, kam „oh wir bleiben ja zum Glück eh nur 2 Nächte hier“ und „Gott sei Dank, haben wir unseren letzten Strand bis zum Ende genossen“. Der Unterschied war schon enorm. Wir liefen die Bucht einmal entlang, chillten kurz auf einer Mauer die mitten im Wasser gebaut war und schlenderten oben an der Straße wieder zurück. Gut, ein geteiltes Abendessen haben wir uns auf dem Weg trotzdem noch gegönnt. Zurück im Haus unterhielten wir uns noch etwas mit den Kids der Eigentümer. Eine von ihnen sprach ziemlich gut Englisch, was die Unterhaltung doch deutlich vereinfachte.

Wir ließen es uns nicht nehmen und spazierten mit samt unserem Strand Outfit am nächsten Morgen direkt zum Beach. Wenigstens 2,3 Stunden wollten wir uns den Blick aufs Meer doch noch gönnen. Schon etwas kurios was da manche Leute so treiben. Einer rannte gefühlt 3 Stunden die Bucht in Turnschuhen hoch und runter. Handy und Wasserflasche ganz elegant in der einen, und mit der anderen Hand rückte er immer wieder die Sonnenbrille zurecht. Der andere sprang auf den Boden, machte 10 Liegestütze und rannte anschließend ins Wasser, nur um dort 2 Minuten gar nichts zu machen. Ziemlich Sinnfrei, aber jo, kann man durchaus auch mal machen.

Am Abend wollten die Kids des Eigentümers ihr versprechen vom Vorabend einlösen. Sie wollten für uns tanzen. Unsere Begeistertung hielt sich anfangs etwas in grenzen, ich hatte immer noch mit meinem Sonnenbrand zu kämpfen und Nina hatte sich in den letzten Tagen etwas erkältet. Wir wollten aber keine Spielverderber sein und so fassten wir uns ein Herz. Es war mit die beste Entscheidung in diesem gesamten Urlaub. Die 3 Girls tanzten fast eine Stunde lang für uns. Von traditionellen Songs und Bewegungen bis hin zu ihren Lieblings Bollywood Filmen. Es war fantastisch ihnen dabei zu sehen, wie schnell sie ihre Füße und Hände bewegten. Beim letzten Song (oder vielleicht auch eher bei den letzten 3) stieg ich mit ein und tanzte einfach mit. Es war eine Wahnsinns Gaudi.

2 Nächte vergehen einfach jedes Mal wie im Flug. Kaum ist man da und hat ausgepackt, packt man schon wieder den ganzen Krempel zurück ins Backpack. Der Nächste Stopp hieß: Midigama.

Da wir mittlerweile richtige Profis im Bus fahren waren, klappte die Fahrt auch hier wieder ohne Probleme. Von Midigama wussten wir nur, es ist der Hotspot für alle Surfer. Ganz egal ob sie es noch lernen wollten, schon können, oder auch nur denken sie hätten es drauf. War uns aber alles vollkommen egal, wir hatten ein super günstiges Zimmer ergattert, was gerade mal 4 € die Nacht kostete und nicht weit weg vom Strand war.

Der Bus stoppte, wir sprangen raus, überquerten die Straße, liefen 200 Meter und schon waren wir da. Perfekt! Die Location erinnerte von dem ganzen Drumherum mehr an ein Einfamilienhaus. Gerade mal 4 Zimmer zur Vermietung. Unser Doppelzimmer war, naja, knapp bemessen, aber vollkommen ausreichend. Das Bett stand zur Wand, also konnte man an der einen Seite schon mal nicht herausfallen. Wir haben uns kurz fertig gemacht und sind dann direkt ab um den Strand zu suchen.

Was soll ich groß schreiben, wir waren fast wieder alleine dort. Es gab zum Glück genügend Ecken mit Schatten, sodass ich mich ohne Probleme hinlegen konnte. Mein Sonnenbrand sollte nicht noch mehr leiden. Wir lagen da, schauten aufs Meer, beobachteten die Surfer und beschlossen wir hängen noch eine Nacht dran und bleiben für 3 Nächte hier.

Den Abend verbrachten wir auf unserer Veranda, es war die einzige Chance der Hitze aus unserem Minizimmer zu entkommen. Dort lernten wir auch Andy kennen. Im Sommer Surflehrer, im Winter Skilehrer. Eigentlich kommt er aber aus England. Ein ganz netter.

Den 2. Tag verbrachten wir, dank der Schattenmöglichkeit, wieder zur Hälfte am Strand. Zur anderen spazierten wir durch die Straßen, machten einen Mittagsschlaf, planten die nächsten Tage und versorgten uns mit Cracker.

Am nächsten Tag war ich früh wach, schlenderte etwas durch die Gassen hinter unserem Haus, und machte ein paar Fotos. Sprach noch etwas mit Andy und dann ging es schon wieder los. Wir machten einen Ausflug nach Galle.

Zuerst war der Plan dort eine Nacht zu verbringen, nachdem wir aber von Andy gehört hatten, dass dort nur das Fort der Niederländer einen Besuch wert sei, änderten wir alles und machten nur einen 3 stündigen Ausflug dorthin. Galle ist ansonsten genauso wie alle anderen Städte hier auch, voll und laut.

Das Fort war tatsächlich anders. Hier fühlte sich es sich an, als würde die Zeit etwas anders laufen. Nicht nur, dass alles viel exklusiver war, auch die Lautstärke war einfach viel angenehmer. Das Leben war irgendwie anders dort. Ich erfuhr erst später über Wikipedia, dass diese Festung, sowie die darin enthaltene Altstadt zum Weltkulturerbe gehören. Sie ist die größte erhaltene europäische Festung in Südostasien und wohl eine großartige Mischung aus europäischer und asiatischer Architektur.

Zurück schlenderten wir vorbei, an den Fischerbooten und dem Markt mit dem frisch gefangen Fisch zum Busbahnhof. Die Fahrt nach Midigama verstrich wie im Flug und so konnten wir uns noch entspannt für einen kleinen Mittagsschlaf hinlegen, wir wollten später ja schließlich wieder an unseren Strand.

Während wir schliefen, klopfte es an der Tür. Noch total verschlafen machte ich auf und sah die Besitzerin vor mir. Sie hatte am Telefon ihren Mann und ich sollte doch mit ihm sprechen. Er erklärte mir, dass wir nun doch heute schon gehen müssten, weil die neuen Gäste schon hier wären und wir zu seinem Bruder ins andere Guesthouse gehen sollten. Wir hatten ihm 2 Tage lang erklärt, dass wir noch eine Nacht dazu gebucht haben und wir nun bis Donnerstag bleiben würden. OK, OK war stets seine Antwort. Es half alles nichts, wir mussten aus dem Zimmer. 20 Minuten später, nach einem weiteren Telefonat und auch noch mit Andy’s Hilfe, bekamen wir ein anderes Zimmer, direkt nebenan zum gleichen Preis. Zimmer und Bett waren wesentlich größer und dank der hohen Decke gab es auch spürbar mehr Luft. Es war perfekt. Nochmal Glück gehabt.

Den Nachmittag verbrachten wir am Strand, schauten wieder den Surfern zu, lernten neue Leute kennen und schlenderten zum Abendessen gemütlich in ein kleines Restaurant.

Der letzte kurze Stopp, bevor die lange Fahrt zurück Richtung Flughafen gehen sollte, machten wir in Hikkaduwa. Unsere Unterkunft war Klasse. Ein wahnsinniges Bett, ein eigenes Badezimmer und direkt nebenan eine riesige Dachterrasse. Wir schlenderten allerdings genau 5 Minuten durch die Stadt um zu merken, dass dieser Ort absolut nichts für uns ist. Alles war absolut überlaufen mit Feriengästen. Nach dieser Erkenntnis, verbrachten wir lieber unsere Zeit auf der Dachterrasse, als an dem viel zu vollen Strand. Trotz des tollen Zimmers waren die Nächte nicht wirklich der Brüller. Die bellenden Hunde waren auch hier wieder die komplette Nacht am Start und wir hatten das Gefühl, die Mücken sind hier immun gegen unser Mückenspray. Zumindest würde das die unzähligen Stiche erklären. So, jetzt heißt es Blog hochladen, aufstehen, fertig machen und Backpack packen. Es warten 3 Stunden Busfahrt auf uns und die letzte Nacht in Sri Lanka steht uns bevor.

Morgen geht es erneut ins Flugzeug und ab über die Wolken.

 


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