Kuala Lumpur die Mega City für 3 Tage

Vom ziemlich entspannten Sri Lanka, ging es für uns ab in eine Megametropole. Kuala Lumpur sollte für die nächsten 3 Tage unser neues „Zuhause“ sein.

Die Ankunft am Flughafen versprach uns direkt eine neue Welt. Alles war weiträumig, hell, voller Menschen und voller Shops. Sri Lanka war sofort ganz weit weg. Wir brauchten einige Minuten um uns zurecht zu finden. Eigentlich waren wir der Meinung, wir wären vom Flughafen in Frankfurt schon viel gewohnt, aber erst in einen Zug steigen zu müssen, der einen zu einem anderen Terminal bringt nur um dort sein Gepäck abholen zu können, das war selbst für uns neu. Die Passkontrolle dauerte dieses Mal über eine Stunde und so langsam bekamen wir immer mehr Hunger.

Wie es nach der Ankunft am Flughafen weiter zu unserer Airbnb Wohnung gehen sollte, darüber hatten wir uns bis dahin nicht so wirklich Gedanken gemacht. Wir nutzen also die Zeit, holten uns erstmal einen Burger und fingen dann an zu überlegen, wie wir die rund 60 km in Angriff nehmen könnten. Nach 2,5 Wochen Reis und Nudeln, kann so ein saftiger Burger schon eine wahnsinnige Wohltat sein.

Während des Essens glühten die Handys. Es ist tatsächlich so, dass man während des reisens, froh ist über jede Wifi Verbindung die man findet und nutzen kann. Wenn ich bedenke wie genervt ich in Deutschland teilweise war, wenn das Internet mal nicht funktionierte. Auf Reisen gehört es dazu, auch mal 2,3 Tage überhaupt kein Internet zu haben. Manchmal ist es ganz schön anstrengend und manchmal tut es auch einfach ziemlich gut, mal kein Internet zu haben.

So zurück, unsere Handys glühten also, während wir es uns bei Burger und Fritten gut gehen ließen. Eigentlich sind die Möglichkeiten von A nach B zu kommen ja immer irgendwie dieselben. Bus, Taxi oder Zug. Taxi war sofort raus, denn die Fahrt hätte uns mit Sicherheit arm gemacht. Der Bus dauerte laut Internet so ca. 2-3 Stunden. Mittlerweile war es allerdings schon nach 16:30 Uhr und wir schon wieder seit 4 Uhr in der Nacht unterwegs. Wir wollten uns daher die Zeit sparen und entschieden uns für den Zug. Hierzu haben „die“ da was wirklich cooles und Sinnvolles auf die Beine gestellt. Direkt vom Erdgeschoss des Flughafenterminals fährt ein Hochgeschwindigkeitszug ohne Zwischenstopp direkt zum Hauptbahnhof ins Zentrum von Kuala Lumpur. Innerhalb von 30 Minuten ist man am Hauptknotenpunkt und kann von dort aus überall hin. Das war also perfekt für uns.

Unser Weiterflug ging schon in 3 Tagen, deshalb kauften wir uns direkt ein Monatsticket, wir konnten so immerhin 10 Rupien sparen. Nach 10 Minuten warten, war er schon da. Im Inneren bekamen wir allerdings erstmal einen Kälteschock. Die Klimaanlage war so extrem nach unten gedreht, wir fingen tatsächlich etwas an zu frieren. Die Fahrt ans sich, verging wie im Flug.

Am Hauptbahnhof mussten wir raus, nahmen uns kurz 2 Minuten um uns zu orientieren und schon hatten wir unsere nächste Verbindung gefunden. Nach unserer Recherche, beim Burger King Zwischenstopp, wussten wir, dass die Bahn zu den Batu Caves über die Station Putra fuhr. Nicht nur unser Stopp um an unsere Unterkunft zu kommen, sondern auch noch ziemlich easy zu merken. Der Zug war aber auch hier wieder so kalt, dass ich etwas meine Winterjacke vermisste.

Unser Airbnb Vermieter hatte mit samt seiner Bestätigung für die Zimmerbuchung, schon eine genaue Beschreibung mit gelegt, wie man von der Bahnstation Putra zur Wohnung kommt. Er hat da ganze Arbeit geleistet, denn innerhalb von 5 Minuten standen wir anhand der Bilder ohne Umwege vor unserem Wohnkomplex. Wir mussten durch die Tiefgarage direkt zur Rezeption. Der Aufzug nach oben funktioniert allerdings immer nur mit einer gültigen Chipkarte. Somit begleitete uns der nette Mann von der Rezeption bis in den 12 Stock. Einmal den Flur bis nach hinten und bei 09 stoppen, schon standen wir vor unserer Unterkunft für die nächsten 3 Nächte.

Es war herrlich! Ein eigenes, großes Schlafzimmer mit samt Bad nur für uns. Eine Wand unseres Zimmers bestand komplett aus Glas und ging in den Innenhof. Nicht nur, dass man daraus auf diesen wunderschönen kleinen Garten blicken konnte, nein, man sah auch direkt auf einen der beiden Pools. Hier konnte man es definitiv länger aushalten.

Nach wieder mal einem langen Tag voller Reisen, ließen wir den Abend ganz entspannt auslaufen. Erstmal Ankommen, auspacken und dann das Haus erkunden. Im Hauseigenen Supermarkt haben wir uns direkt mit dem nötigsten eingedeckt. Ein paar Cracker gehen eben doch immer. Der Höhepunkt unserer Entdeckungsreise durch das Haus, sollte unser Infinity Pool auf dem Dach sein. Er war mit einer der Gründe warum wir diese Unterkunft überhaupt buchten ;). Ein Pool auf dem Dach mit Samt Blick auf die Skyline von Kuala Lumpur, das wollten wir uns nicht entgehen lassen.

Wie das aber in so einem 3-Eckigen, riesigen Gebäude so ist, sind wir erstmal falsch abgebogen, dann eine Treppe zu Fuß hoch und standen einfach mal direkt auf dem Dach. Aber nicht auf dem Dach mit dem Pool, sondern auf der komplett anderen Seite. Kein Mensch war da, außer wir und der unglaubliche Blick auf die andere Seite von KL. Wir genossen die Stille, diese Aussicht und einfach den Moment, den wir genau in diesen Sekunden nur für uns alleine hatten.

Unseren Weg zum Infinity Pool fanden wir anschließend fast von alleine. Einfach an der Bar im 37 Stock vorbei, die 5 Stufen nach oben und schon standen wir da. Dieses Gefühl, man konnte es nicht genau beschreiben. Es war, als wäre KL klitzeklein und direkt zum Greifen nah, direkt vor unseren Augen, nur in Miniformat. Als müsste man nur die Hand ausstrecken und man könnte mit dem Finger auf einen der Petronas Towers stupsen. Ganz Easy, einfach so. Wir genossen den Ausblick und so langsam brach die Dunkelheit über uns herein. Die Lichter der, vor uns liegenden, Hochhäuser gingen nach und nach an, die Moskitos wurden immer mehr und wir verabschiedeten uns auf unser Zimmer.

Der Plan für den nächsten Tag war schnell gemacht, aber wurde direkt am folgenden Morgen wieder geändert. Die Runde im Pool auf dem Dachgeschoss musste warten, genauso wie die Batu Caves. Das Bett war einfach zu bequem und so entschlossen wir uns einfach erstmal liegen zu bleiben und dann ganz gemütlich mit dem Zug in die City zu fahren.

Wir entschlossen uns, einfach erstmal von einer Straße zur anderen zu schlendern. Klar, hatten wir uns im Vorfeld über einige Sehenswürdigkeiten informiert, aber wir wollten die Dinge mehr auf uns zukommen lassen, als sie Stück für Stück abzuarbeiten. So schlenderten wir von links nach rechts, immer mit den Petronas als Hauptziel fest vor uns im Blick. Man konnte sie wirklich nirgends in der Stadt übersehen.

Wir kamen direkt am Anfang unseres Tages in China Town vorbei. Die Läden machten gerade erst auf, das Treiben fing langsam an und man konnte sich sehr gut vorstellen, wie das alles am Abend aussehen muss. Die Lampions über uns, gaben uns noch den Rest. Wir fühlten uns tatsächlich, für einige Minuten, wie in China.

Nach 5 km kreuz und quer durch die City, vorbei an unzähligen Hochhäusern die unseren Weg kreutzen, kamen wir schließlich an dem Wahrzeichen von Kuala Lumpur an. Die Petronas Towers, zwei Türme, die ca. in der Mitte miteinander verbunden sind. Wir standen direkt vor ihnen, mussten unsere Augen zukneifen und schauten einfach nur in die Höhe. Es war wie so oft, auf dieser Reise, so surreal. Man steht vor diesen Türmen, die man schon unzählige Male im TV oder sonst wo gesehen hat. Man steht einfach direkt vor ihnen, genau in diesem Moment, starrt sie an und versucht das alles zu begreifen. Aber man schafft es nicht. Es ist einfach zu verrückt.

Wir spazierten durch die Towers und den unzähligen Geschäften, die darin enthalten sind. Saßen im angrenzenden Park und versuchten das alles einfach zu begreifen. Egal wie sehr wir es versuchen, es funktionierte einfach nicht.

Nach einer Weile machten wir uns wieder auf den Weg. Nina hatte das Parlamentsgebäude im Internet gesehen und fand es so toll, dass wir es uns unbedingt anschauen sollten. Dank Maps.me war es kein Problem den Weg zu finden. Die Nationalmosche lag noch mit auf der Route, also machten wir auch noch einen Abstecher zu ihr. Es war eine sehr schön angelegte Außenanlage, unzählige Wasserstellen, mit kleinen und großen Springbrunnen. Wir saßen einfach nur da und genossen unser Mittagessen mit samt dieser unwirklichen Ruhe in dieser riesigen Stadt. Hätte man es nicht besser gewusst, man wäre nie auf die Idee gekommen, dass man hier gerade vor einer Moschee sitzen würde.

Von dort waren es gerade mal 800 Meter bis zum Parlamentsgebäude. Ein Klacks nach den unzähligen Kilometern die wir an diesem Tag schon gelaufen waren.

Als wir dann wirklich davor standen, blieb uns etwas die Spucke weg. Dieses Gebäude, war wie ein bunter Fleck zwischen all diesen, irgendwann gleich aussehenden, Hochhäusern. Es sah aus wie aus einer anderen Zeit, und so merkwürdig es sich auch anhören mag, dieses Gebäude machte Kuala Lumpur irgendwie echt. Ein bunter Fleck Erde zwischen all diesem Monotonen Großstadtfeeling.

Direkt gegenüber des Parlamentsgebäudes befindet sich eine Grünanlage. Auf ihr steht der weltweit größte Fahnenmast. UND direkt neben diesem Fahnenmast befindet sich ein Gebäude, dass sich Galerie nennt. Wir hatten zuvor davon gelesen, als wir aber sahen, dass dort 5 Rupien an Eintritt verlangt werden, machten wir schon wieder kehrt und wollten wieder raus gehen. Erst auf den zweiten Blick sahen wir, dass wir das Geld im Shop und im Café einlösen könnten. Wir entschieden uns das Geld zu investieren und es war die absolut richtige Entscheidung.

Der Weg führte über die Geschichte Kuala Lumpurs vorbei in einen Raum, der dem chinesischen Neujahrsfest nachempfunden wurde. Von dort kam man in einen Innenhof der mit Stoffen überhangen war. Der Baum in der Mitte des Hofes war komplett mit Stoffen und Blüten bedeckt. Es war so Farbenfroh und Bunt. Einfach nur hübsch. Wir gingen den, mit Pfeilen markierten, Weg weiter durch das Gebäude. Eine Treppe hinauf, an der unser Ticket noch einmal kontrolliert wurde und dann kam der Hinweis, die nächste Vorstellung beginnt in 5 Minuten. Wir hatten keinerlei Plan, um was für eine Vorstellung es sich da handeln sollte, aber wir dachten, kann ja nicht schaden. Nach kurzem warten gingen wir in einen großen, dunkeln Raum. Vor uns stand ein riesiger Tisch mit ganz Kuala Lumpur in Miniformat. Alleine dieses Bild war schon unbeschreiblich. Alles in Handarbeit, miniaturgetreu nach gebaut. Erst da verstand man so richtig, wie groß diese Stadt denn eigentlich ist. Der Mitarbeiter erklärte uns was erlaubt war und was nicht, bevor es komplett dunkel wurde und auf der Wand gegenüber von uns ein Film startete. Er ging nur wenige Minuten, leider! Es wurde erklärt, was in den nächsten Monaten und Jahren für Projekte in Kuala Lumpur anstehen würden. Es wird wohl ein neues Gebäude geben, was die Patronas um weiten übersteigt. Es werden neue Parks eröffnet und unzählige Bäume gepflanzt. Es wurden Zahlen und Daten präsentiert, Gebäude kurz erklärt und dann fing dieser Tisch vor uns an in den buntesten Farben zu leuchten. Man sah mit LED-Lichtern die Zugverbindungen der Stadt, die verschiedenen Stadtteile und noch so viel mehr. Die Zeit verging so schnell und ich bekam meinen Mund nicht mehr zu.

Ich hatte Gänsehaut von einer 10-Minütigen Show. Nichts in dieser Stadt hatte bis dahin, Gänsehaut in mir ausgelöst, aber diese kleine Show mit der Miniaturansicht von Kuala Lumpur und diesen ganzen bunten Lichtern, die hat mich gepackt und nicht mehr losgelassen.

Auf dem Rückweg gönnte ich mir von den 5 Rupien Eintrittsgeld noch einen Lava-Cheese-Cake, kaufte mir einen Aufkleber für meinen Koffer in der Heimat und wir machten uns auf den Rückweg zur Bahnstation. Den Abend nutzen wir und schwammen im Pool noch ein paar Bahnen, bevor es todmüde ab ins Bett ging.

Auch am nächsten Tag schafften wir es nicht früher aus dem Bett. Diese Ruhe und diese gemütliche Matratze waren einfach zu stark. Aber das machte alles nichts, wir hatten nicht mehr viele Punkte auf unserer Liste stehen. Wir machten uns gemütlich fertig, stiegen wieder in den viel zu kalten Zug und machten uns auf den Weg zu den Batu Caves. Auch hier hatten wir wieder die perfekte Ausgangslage. Unsere Bahnstation war der direkte Weg zu den Höhlen und sogar die Endstation. Die Anfahrt hätte nicht einfacher sein können.

Dort einfach nur aussteigen und den Massen hinterher. Der Eingang ist kaum zu übersehen.

So viele Male hat man diese Treppen auf Bildern gesehen. So viele Male dachte man, irgendwann stehst du auch dort und dann ist dieser Moment tatsächlich da. Man steht in Regenjacke davor, macht seine Bilder und denkt Fu… ist das cool.

Dank des Regens war der Touriandrang nicht wirklich so groß und so konnte man die 272 Stufen ganz entspannt angehen. Die Affen huschten von links nach rechts, vor, hinter und neben einem vorbei. Und mit jeder Stufe die man höher kam, begriff man erst wie hoch diese Statue wirklich ist. Oben angekommen brauchte es nur weitere 10 Meter und man stand in einer riesigen Höhle.

Diese Höhlen sind schätzungsweise um die 400 Millionen Jahre alt. Ist das nicht ziemlich verrückt! Was Mutter Natur doch für unglaubliche Wunder vollbringen kann.

Das schöne ist, wenn man nur nach oben schaut, sieht man den Boden vor einem nicht, weder die Baustellen, noch den Dreck, man sieht einfach nur diese Naturgewalt. Am Ende der ersten Höhle kann man ein paar Stufen nach oben gehen und steht wieder in einer Art Höhle, dieses Mal gibt es aber keine Decke, man schaut direkt nach draußen in den Himmel. Das sind die Momente in denen man immer wieder begreift, wie klein man selbst doch ist, in diesem unglaublichen Ganzen. Die umherspringenden Affen und die unzähligen kleinen und großen Tempel gehören wohl einfach in dieses restliche Bild der Batu Caves dazu.

Nach einer Weile verließen wir die Caves wieder, sprangen in unseren Zug und fuhren über einen kleinen Umweg wieder zurück in unsere Wohnung.

Es standen mal ganz alltägliche Dinge an. Wäsche waschen, Essen bestellen, Einkaufen und am Nachmittag ging es für mich noch eine Runde in unseren Infinity Pool . Wie schön frisch getrocknete Wäsche aus dem Trockner sein kann, hatte ich schon fast wieder vergessen 😉

Am nächsten Tag, nutzte ich die Sonne am Morgen und machte noch ein paar Fotos auf der Dachterrasse, bevor es schon wieder zurück an den Flughafen ging. Land Nr. 3 in 3 Tagen wartete. Auf nach Bali…

Kuala Lumpur ist wirklich eine mega City, jedoch waren es genau drei Dinge die uns auch im Nachhinein wirklich beeindruckten. Dazu gehörten die Batu Caves, das Parlamentsgebäude und diese kleine, bezaubernde Galerie mit ihrer Lichtershow und ihrem Miniaturnachbau. Natürlich hatte auch der Pool mit seiner unglaublichen Aussicht einen nachhaltigen Eindruck bei uns gemacht. Er hat der Stadt den Zauber gegeben, den wir mittendrin manchmal vermisst haben. Von daher, es waren doch 4 Punkte 😉


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