Bali zwischen Yin, Yang und einem versöhnlichen Ende

3,5 Wochen Bali. 3,5 Wochen in denen ich mich nie zwischen Yin und Yang entscheiden konnte, aber zum Schluss doch noch ein versöhnliches Ende gefunden habe.

 

Habe ich früher an Bali gedacht, da schossen mir sofort unendlich viele Bilder in den Kopf. Leuchtendes grün, wo auch immer man hinsieht. Frauen in wunderschönen hellen Gewändern, überall nette und freundliche Menschen und eine Aura die komplett anders ist, als man es von anderen Ländern bisher kennengelernt hatte. Jep, das alles trifft auch absolut auf diese kleine Insel zu.

In meiner Vorstellung, lief es doch etwas so ab wie in Eat, Pray, Love mit Julia Roberts. Eine kleine Trauminsel mitten im Indischen Ozean und dazu vielleicht noch ein hübscher Mann, ok das letzte war ein SCHERZ! ICH WIEDERHOLE EIN SCHERZ! Denn nein, ich möchte (auch wenn das viele denken) nicht meinen Traummann irgendwo am anderen Ende der Welt kennenlernen 😉.

So, zurück zum Thema. Bali gibt einem tatsächlich in ganz vielen Dingen das Gefühl man kommt an und ist nun wirklich in einer anderen Welt. In einer Welt in der man ganz einfach mit sich und dem ganzen Rest im Reinen ist.

Bei mir war das zum Beispiel der Fall, wenn ich alleine durch die Reisfelder in Ubud spaziert bin, ganz früh morgens, nur die Arbeiter und ich. Mir die Steine auf dem Weg durchgelesen habe, die über die letzten 30 Jahre dort ganz wunderbar verziert wurden.  Wenn ich in diesem kleinen Grundstück in Sanur auf meinem Balkon saß und nur grün vor mir sah. Wenn ich über den Markt schlenderte und einfach unterging in der Menge von Balinesen. In den Momenten in denen ich in einem lokalen Restaurant saß, oder den einheimischen bei ganz normalen Kleinigkeiten zugesehen habe. Wenn sie ihre Opfergaben ganz liebevoll gestalteten und sie täglich überall neu verteilten. Diese kleinen Schalen, enthalten übrigens ganz unterschiedliche Dinge, manchmal sieht man einen Keks, mal ein Mentos, mal nur Blüten und etwas Reis.

Man sieht die Menschen in ihren wunderschönen farbigen Kleidern und ihren großen und kleinen Körben auf dem Kopf, man schlendert durch die Gassen und lächelt über die kleinste Kleinigkeit. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus, wenn man von einer wunderschönen Farbe zur anderen kommt. Bei den heftigsten Regenschauern, setzt man sich raus und genießt den Anblick. Man macht den gleichen Blödsinn mit den kleinen Kindern, wie sonst auch überall auf der Welt. Wer braucht schon Worte, oder die gleiche Sprache, ein lachen ist immer noch die beste Unterhaltung. Das ist genau das Bali, was ich schon immer im Kopf hatte und was absolut bestätigt wurde und zwar in allen ganz wunderbaren Punkten.

Nur dann, gibt es da auch dieses andere Bali, nichts davon sieht man in Eat, Pray, Love. Da gibt es zum einen die Taximafia, die dich überall über den Tisch ziehen will. Die Unmengen an Verkaufsständen (klar, die haben wirklich schöne Sachen, aber eben auch in allen unzähligen Ständen gibt es das Gleiche), die Dollarzeichen in manchen Augen, wenn sie hören du kommst aus Europa. Es gibt da Städte wie Kuta, auf die man tatsächlich wirklich einfach verzichten kann. Kuta ist für die Australier nämlich das, was der Ballermann für die Deutschen ist. Saufen, Spaß haben, Feiern. Also das komplette Gegenteil von Yoga, ankommen, wohlfühlen, entspannen und in einer anderen Welt sein. Ok zumindest nicht in der, die ich mir für Bali ausmalte.;)

Ein weiteres Manko, was ich mir nie so vorgestellt hatte, ist das Reisen mit Backpack. Während man in Sri Lanka einfach auf die Straße gegangen ist und einen Bus angehalten hat, gibt es hier nur die Taxen. Ein richtiges Bussystem sucht man hier vergebens. Trotz Uber und Grap können so die Transportpreise, ganz schnell in die Höhe schießen. Wenn man Bali wirklich erkunden will, braucht es einfach einen eigenen Roller mit dem unterwegs ist und sich einfach treiben lassen kann. Und das waren nur ein paar wenige Punkte.

Mit Sicherheit wird hier jeder, der einen reinen Hotelurlaub, mit 2,3 verschiedenen Anlaufstellen hat, eine traumhafte Zeit verbringen. Selbstverständlich sind die restlichen Preise hier für einen 3 Wochen Urlaub weit unter europäischem Niveau und die Hotelanlagen die ich sehen konnte, waren alle samt ein Traum. Genau für solche Urlaube ist Bali das perfekte Reiseziel im Indischen Ozean. Denn zu 100 % wird dieser Urlaub einmalig sein.

Obwohl für mich von Anfang an klar war, ich will nach Bali, kann ich heute sagen, als Urlaubsinsel ein echtes Paradies! Als Weltreisende, die mehr sehen will als Souvenir Shops, die eintauchen will und sich verlieren will. Für solche Menschen gibt es sicherlich bessere Plätze als Bali.

 

Ubud

Eine Stadt die mich anfangs etwas, ich will nicht sagen überforderte, aber anstrengte. Es war von allem zu viel, zu viele Roller, zu viel Verkehr auf den Straßen (die Bilder erinnerten mich wirklich an Freitagnachmittag auf der A3, ein Roller und ein Auto nach dem anderen) und einfach zu viele andere Touristen.

Daher war ich umso glücklicher über unser kleines Guesthouse, dass wir über Booking.com gefunden hatten. Es war ein Traum. Wir hatten ein Doppelzimmer mit kleiner Terrasse. Der Ausblick ging in den Garten, direkt auf einen kleinen Hauseigenen Tempel. Die Anlage erinnerte mich an unsere früheren Zeltlager. Wir hatten kein eigenes Badezimmer und mussten somit immer den ganzen Garten nach hinten laufen um die Sanitäreinrichtungen zu nutzen. Zähne putzen im freien macht halt doch einfach immer noch am meisten Spaß!

Beim Frühstück hatte man täglich die Auswahl zwischen 9 Gerichten, man saß zusammen im hinteren Teil des Gartens. Alles war offen, und es war eine ganz zauberhafte Ecke zum Sitzen, zum Schreiben und zum Entspannen. Von den erst gebuchten 3 Nächten, wurden es am Ende 5. Die Ruhe in diesem kleinen Paradies war einfach zu bezaubernd.

In Ubud ließen wir ansonsten alles etwas ruhiger angehen, wir machten mal einen Tagesausflug, entspannten uns den Tag im Garten, gingen spazieren, flanierten an der Straße entlang. Einfach alles 2 Gänge entspannter.

All die Tage ließ mich eine Frage nicht mehr los: Wo kaufen nur all die Einheimischen ihre ganzen Früchte. In den Straßen fand man tagsüber fast keinerlei Stände mit frischem Obst. Am vorletzten Tag wurde meine Frage beantwortet. Ich war schon früh auf den Beinen und auf dem Weg zu den Reisfeldern, als ich es endlich gesehen hatte. Den Obstmarkt von Ubud. Jeden Morgen zwischen ca. 4 und 7 Uhr an der Hauptstraße von Ubud. An dem Ort, an dem über den restlichen Tag hinweg unzählige Verkaufsstände mit Kleidung, Krimskrams und Souvenirs zu finden sind, ist am morgen alles voller frischem Obst. Es war ein absoluter Traum! Am nächsten Morgen, bin ich direkt nochmal darüber geschlendert.

Danach ging es zu den Reisfeldern. Obwohl sie nicht die größten sind, so früh am Morgen, ganz alleine nur mit ein paar Arbeitern dort zu spazieren, während die restliche Welt erst langsam erwachte, das hatte wirklich etwas Magisches an sich.

Es ist tatsächlich so, dass nach meiner anfänglichen Skepsis, Ubud einen ganz langsam in seiner Haltung verändert. Dein Grundgefühl wird dort einfach viel positiver. Diese Stadt zieht dich einfach in einen Bann und lässt dich nicht mehr so schnell los.

 

 

Sanur

Nach Java ging es für uns direkt nach Sanur. Eine Stadt direkt am Meer, endlich zum ersten Mal das Meer auf Bali sehen. Unser Guesthouse war erst seit 2 Jahren geöffnet und laut maps.me direkt an der Hauptstraße gelegen. Wir waren uns erst nicht wirklich sicher, ob man da auch nur eine Sekunde schlafen kann, aber unsere Sorge war total unbegründet. Das Haus lag nicht direkt neben der Hauptstraße, sondern etwas davon entfernt.

Sanur hatte so unglaublich viele, ganz kleine süße Gassen, in denen man nur mit einem Roller fahren konnte. Es war tatsächlich nur Platz für einen Roller, hatte man Gegenverkehr musste man sich ganz eng an die Wand stellen und warten.

Wir hatten unser eigenes Bad, eine kleine Terrasse, einen wunderschönen Innenhof, einen super netten Nachbar und ganz oft kein Internet. Für mich teilweise ja echt schön, aber wenn man einiges zu planen, buchen und zu recherchieren hat, auch echt blöd. Naja, so saß ich oft stundenlang in einem der Restaurants am Strand und nutze dort das Wifi.

Hank unser netter Nachbar, führte uns herum, zeigte uns die wichtigsten Dinge und wir machten uns ein paar wirklich schöne Tage. Wir gingen am Strand spazieren, machten mal ganz alltägliche Sachen wie unsere Wäsche, aßen unsere Lieblingsnudeln aus der Packung und gönnten uns einen Mittagsschlaf, wenn uns danach war.

Am letzten gemeinsamen Abend ließen wir es uns ganz besonders gut gehen. Erst ein absolut leckeres Essen in einem ganz kleinen lokalen Restaurant. Dann ging es über einen Markt zum Mc Donalds. Die frittierten Bananen vom Markt waren ein Traum zum Softeis mit Schokoladensoße. Es war ein absoluter Gaumenschmaus.

 

 

Kuta

Nach unserem Abend voller Essen, ging es für mich am nächsten Tag nach Kuta. Günstig und nah am Flughafen, das war die einzige Bedingung.

Hank war so nett, mich und mein Backpack mit dem Roller zu fahren, so konnte ich mir einiges an Taxikosten sparen.

Ich sage es direkt von Anfang an, von Kuta direkt gibt es keinerlei Fotos. Ich war dort für 3 Nächte und ja ich muss mich korrigieren, ich denke es ist schlimmer als der Ballermann.

Denn es ist einfach von allem VIEL ZU VIEL. Zu viele Shops, zu viele Touristen, zu viel Polizei, zu viel Action am Strand, zu viel Alkohol, zu viele Drogen. Möchte man Party machen mit viel zu überteuerten Preisen, ist man dort genau richtig.

Ich habe mein Hostel nur verlassen um mir mal einen Eindruck zu verschaffen, oder um mir was zu essen zu holen. Es war einfach zu viel trubel. Meine Unterkunft hatte einen süßen Innenhof, zuerst einen kaputten, dann einen schönen und am nächsten Tag, einen grünen Pool und das beste von allem, 24 Stunden Pancakes for free. Meine Hauptbeschäftigung war also mir Pancakes zu machen, das Wifi zu nutzen und nachts nicht schlafen zu können. Ich schlief in einem 12 Bett Zimmer und war die einzige die keine Party machte.

Nach der 3. Nacht war ich einfach nur froh, als ich mit einem anderen Deutschen vorm Hostel stand, ins Taxi einsteigen konnte und weiter gezogen bin. Nichts desto trotz, ich habe auch das überlebt ;).

 

 

Jimbaran

Als ich in Labuan Bajo saß und etwas für die letzten 5 Tage gesucht hatte, wusste ich ganz genau was ich wollte. Nah am Flughafen, keine Tourihochburg, günstig, ein kleines Mehrbettzimmer und nicht viel außen herum. Ich fand den perfekten Platz.

Ein kleines Gouesthouse dass von einem Holländer geführt wird, der schon 8 Jahre auf Bali lebt. Blitzeblank und zwar überall, ein paar Fitnessgeräte, jeden Tag ein gemachtes Bett, frische Handtücher, wechselndes Frühstück, unheimlich nett und hilfsbereit. Der perfekte Ort um nach all den Eindrücken mal runter zu kommen, zu schreiben, über die nächsten Ziele zu lesen, viele ganz nette andere reisende kennenzulernen, lecker und günstig in einem wahnsinnig tollen Restaurant essen zu gehen, Sport zu machen, gut zu schlafen, die perfekte Wifi Verbindung zu nutzen und meine Erkältung auszukurieren. Einfach perfekt um die letzten Tage auf Bali zu genießen und ausklingen zu lassen.

 

 

… Und so fand ich in den letzten Tagen mein ganz persönliches versöhnliches Ende mit Bali.

Mit einem Argentinier der gerade in Neuseeland Work and Travel macht, hier ist um 4 Wochen Urlaub zu machen und mir schon jede Menge über Neuseeland verraten hat. Ob es die zwei Mädels aus Deutschland waren, die ihre ersten Tage auf Bali hier verbrachten, mit denen ich quatschen konnte, die mir die besten Tipps über Australien gaben, oder auch mal nur die Haare ganz wunderschön geflochten haben. Einen Rentner aus den Niederlanden, der Autist ist und dank dem Besitzer des Hauses bald auf Bali leben kann. Eine Amerikanerin die mit 32 ihren gut bezahlten Job einfach hin schmiss und für 3 Monate durch Asien reist. Eine Französin, die hier ankam, nachdem sie eine 3 Stunden fahrt mit dem Roller hinter sich hatte und die mich heute netterweise damit an den Flughäfen fährt. Der gleiche nette Mann, der dem Renter aus Holland  half, schenkte mir jede Menge Obst, ließ mich stundenlang einfach in Ruhe da sitzen, schreiben und mal ganz still was zum Kosten vorbeibrachte. Der mir Tipps gab zum Einkaufen und zum Essen gehen und der mir seine ganz eigenen persönlichen Geschichten erzählte.

Nein, ich brauche nicht alle Sehenswürdigkeiten sehen, zum 100 x einkaufen gehen, mir den 100. Tempel anschauen, oder den schönsten Strand von allen zu sehen. Nein, ich will Länder bereisen, Kulturen kennenlernen und am meisten möchte ich Menschen und ihre Geschichten hören. Ganz egal, woher sie kommen, oder wohin sie gehen, wenn sie mir nur einen kleinen Teil ihrer Erlebnisse erzählen, dann macht mich das zu einem ziemlich glücklichen Reisenden.

Vielen Dank an all die Lieben Menschen und ihre Geschichten.

Nächster Stop Australien und das schönste daran, ich werde dort Familienmitglieder treffen ❤ ❤ ❤

 


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