Lebuan Bajo und eine Welt wie aus einem Fabelbuch

Nach fast 2 Wochen in Australien, sind so viele neue Bilder in meinem Kopf, dass ich sie unbedingt loswerden muss. Vorher schulde ich euch allerdings noch einen Beitrag, der nun schon einige Wochen her ist. (Jep, ich hänge etwas hinter her)….

Die Eindrücke und Bilder die ich in diesen zwei Tagen gesammelt hatte, kann ich nur schwer in Worte fassen. Dieser Bootstrip war einfach so anders als das bisher Erlebte. Dieser Beitrag hat es also einfach verdient, anders zu sein. Dieses Mal werden weniger Worte folgen, denn selbst 5000 davon, könnten nicht annährend das Aussagen, was ich erleben durfte. Also die Worte sind weniger, die Bilder dafür umso mehr.

Kapitel 1

Das Tor in eine andere Welt

In diesem Fall handelt es sich um die Insel Lebuan Bajo. Alle Touristen die sich die sogenannten „Drachen“ anschauen möchten, kommen als erstes hier an. Es gibt verschiedene Wege dorthin zu kommen. Ich habe mich für den einfachsten und kürzesten entschieden. Nicht mal eine Stunde Flugzeit liegen nämlich zwischen Bali und Flores. Eine andere Möglichkeit wäre die Fahrt mit einem Boot, die dauert allerdings einige Tage.

Kommt man am Flughafen an, so erkennt man sofort, alles ist hier auf die Drachen und diese wunderschöne Natur ausgerichtet. Riesige Bilder der Dragons, der einsamsten Strände oder überdemensionaler Taucher inmitten von Korallen begleiten jeden auf dem Weg in die Flughafenhalle.

Meine Unterkunft war dieses Mal etwas Anders als sonst. Ok, es war wie fast immer, die günstigste Variante. Zur Abwechslung gab es aber für mich dieses Mal ein Einzelzimmer, wobei das Wort Zimmer hier etwas übertrieben ist. Mein Zimmer war nämlich nur ein Zelt mit zwei Matratzen und einem kleinen Tischventilator. Jo, ich fand es toll, aber auch ziemlich ungewohnt. Ein ganzer Raum nur für mich. Ziemlich verrückt nach all den Wochen mal so viel Privatsphäre zu haben. Das mit Abstand schönste an meinem Zimmer war dieser unglaublich schöne Ausblick. Das Hostel, dass komplett aus Zelten bestand, lag direkt am Hang und meins war eins der höher gelegenen „Zimmer“. Wann immer ich also meine „Tür“ öffnete, lag mir der komplette Hafen zu Füßen – und zwar genau so…

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Kapitel 2

Jede Fabelwelt braucht eine Eintrittskarte

Mein Flug hatte 1,5 Stunden Verspätung, warum auch immer. Für mich bedeutete das: EILE! Am Flughafen angekommen, ging es deshalb direkt zu Fuß die 2 km zu meiner Unterkunft. Nach der kurzen Zimmerbesichtigung musste ich direkt los in die City, denn ich hatte bisher noch keine Eintrittskarte für meine Fabelwelt. Ortszeit war mittlerweile kurz nach 18:00 Uhr. Es ging direkt ab in den erst besten Shop, leider gab es dort keinerlei passenden Angebote, also ab in den nächsten. In diesem hatte ich die Chance bei einer privaten Tour für zwei Tage mit einzusteigen, nachdem ich allerdings den Preis hörte, lehnte ich dankend ab. Meine letzte Möglichkeit, war ein kleiner Laden ca. 600 Meter weiter unten an der Hauptstraße. Das einzige Problem, er schloss in wenigen Minuten. Sagen wir es mal so, ich war ziemlich fix unterwegs mit meinen halb kaputten Flip-Flops. Ganze 15 Minuten später, hatte ich nicht nur den letzten Platz auf einem Bott ergattert, nein, ich hatte auch noch einen passenden Preis gezahlt. Auf die letzte Minute löste ich also meine Eintrittskarte in eine andere Welt.

Trotz der ungewohnten Privatsphäre war die Nacht nicht sonderlich berauschend, um 5 Uhr gab ich jegliche Wiedereinschlafsversuche auf. Ich machte mich langsam fertig, frühstückte, packte wieder mal mein Back Pack und machte mich auf in Richtung Hafen.

Kapitel 3

Das Team

Der Hafen von Labuan Bajo ist der Ausgangspunkt für alle Touren. Es war daher kein Problem für mich schon 1,5 Stunden vor Treffpunkt da zu sein. Ein Hafen verspricht immer Action und schöne Geschichten. Ich wurde wie immer belohnt, dass bunte Treiben zu beobachten und einen Plausch mit einem einheimischen Speedbootfahrer zu haben, das reicht mir schon um einen guten Start in den Tag zu haben.

20 Minuten nach dem vereinbarten Treffpunkt lernte ich nun auch die anderen Mitreisenden kennen. Ich würde sagen ein bunter Trupp. Ok, vielleicht sollte ich noch dazu sagen, ein bunter, perfekter, liebenswerter und besonderer Trupp. Ein Brite der schon seit mehr als 20 Jahren nicht mehr in UK lebt. Seine Lebensgefährtin die Balinesin ist, aber 6 Monate im Jahr in UK lebt. Eine Engländerin die alleine durch Asien reist. Ein Pärchen. Er aus Asien und sie aus Brunei, ich wollte schon immer mal jemanden aus diesem beeindruckenden Königreich kennenlernen. Ach und die beiden waren erst 2 Wochen zusammen, was uns alle doch etwas überraschte 😊. Nicht zu vergessen unsere 4 Crewmitglieder. Sie machten unglaublichen Reis, Nudeln, Gemüse und Tunfisch auf so ganz winzigem Raum. Nie wurden sie müde davon, noch mehr Fotos von uns zu machen, sie lachten immer und versuchten uns alle Wünsche zu erfüllen. So wurde uns zum Frühstück (normal nicht im Preis inbegriffen) einfach mal ein paar Banen frittiert. Wir verstanden uns alle blendend, lachten viel, schliefen auf engstem Raum nebeneinander und saßen am Abend gemeinsam auf Deck um Musik zu hören. Die Perfekte Truppe um diese unglaublichen Erlebnisse zu teilen.

Kapitel 4

Die Kulisse

Man könnte sie sich nicht schöner ausgedacht haben! Überall diese kleinen grünen Inseln mitten im Ozean. Wasser, dass so unglaublich klar war, Inseln im sattesten grün. Worte sind überflüssig, bei diesen Bildern.

Kapitel 5

Die Drehorte

Da gibt es ein paar. Zum Beispiel Rinca, unser erster Stopp, oder den sogenannten Pink Beach, der gar nicht wirklich pink war. Den sogenannten Manta Point, Kommodo Island, der indische Ozean und eine kleine Insel, die nicht nur einen weißen Beach zu bieten hat, sondern auch einen schwarzen, nur einige Meter entfernt. Einfach perfekt!

Kapitel 6

Die Fabelwesen

Die an Land lebenden Drachen

Ich sah sie, vor vielen Jahren mal in einer Dokumentation. Seitdem, konnte ich sie nie mehr vergessen. Ich wusste, wenn es irgendwann die Chance gibt, will ich diese unglaublichen Tiere sehen. Sie kamen vor über 900.000 Jahren auf diese kleinen Inseln im Indischen Ozean. Die größten Echsen die es auf unserem unglaublichen Planeten gibt. Nicht ihr Biss ist tödlich, sondern die darin enthaltenen Bakterien. Diese lassen selbst Wasserbüffel nach einigen Tagen innerlich verbluten. Der Dragon wartet einfach, bis seine Beute langsam verstorben ist und dann frisst er sie. Selbst vor ihresgleichen machen sie kein halten. Sie sind Kannibalen und so kommt es, dass die Jungtiere die ersten Jahre auf Bäumen leben, um zu überleben. Die Muttertiere, haben sich auch angepasst, sie buddeln 3 Löcher für ihre Jungtiere, in der Hoffnung, so können mehr überleben. Dieser Anblick, diese Krallen, diese Haut, dieser Blick, dieser Gang, einfach alles, alles an diesen Tieren erinnert wie an ein Fabelwesen. Es war absolut beeindruckend das sehen zu können. Egal ob einen 55-Jährigen (übrigens einer der ältesten), oder den größten mit 3,5 Meter. Fabelwesen wie aus einer anderen Welt.

 

Die Meeresbewohner:

Einer meiner großen träume, erfüllte sich einfach so, mitten im riesigen Ozean. Beim Schnorcheln schlich sie sich einfach so von hinten an. Eine große, wunderschöne, Meeresschildkröte. Mit ihr einige wenige Meter schwimmen zu können, ein Erlebnis, dass nicht in Worte zu fassen ist.

 

Der Manta:

Über diesen Punkt hatte ich mir so gar keine Gedanken gemacht. Zum Glück, ich bekam meinen Mund nicht mehr zu, damit hatte ich nicht gerechnet. Am sogenannten Manta Point kann man sie ziemlich gut sichten. Ok, man sollte dazu sagen, das ist kein fester Punkt, sondern ein Gebiet zwischen verschiedenen Inseln, keine Ahnung wie viele qkm groß. Man schippert da einfach kreuz und quer mit dem Boot umher in der Hoffnung die Rochen zu sehen. Wir waren so vertieft in unsere Unterhaltungen, als es plötzlich hieß: MANTA! Ich schaute aus dem Boot heraus aufs Wasser, sah ihn für einige wenige Sekunden und war sprachlos. RIEßIG, so sanft und Schwups war er weg. Ich blieb zurück auf dem Boot, in Gedanken versunken und versuchte das zu realisieren. Ein Manta Rochen, ein Tier wie aus einer anderen Welt.

Die Delphine, die Seesterne, Korallen in den schönsten, buntesten Farben, Fische in allen Größen und Musterungen, alles einfach unbeschreiblich und wunderschön!

 

Kapitel 7

Das Happy End

Die letzten Stunden begleitete uns ein Himmel voller Wolken. Es war uns egal, wir waren alle einfach nur happy über die letzten beiden Tage. Pünktlich zum Sonnenuntergang wendete sich allerdings unser Blatt. Die Wolkendecke brach auseinander und schenkte uns einen der schönsten Sonnenuntergänge den ich jemals in meinem Leben gesehen habe. Wir waren schon über 2 Stunden zu spät und trotzdem stoppte die Crew und wendete das Boot. Dieser Anblick war atemberaubend. Es war zu schön um wahr zu sein. Wir genossen jede Sekunde dieses Schauspiels, machten unzählige Fotos, konnten unser Glück kaum fassen und machten uns danach auf den Weg zurück zum Hafen.

Das „Mix-Pärchen“ aus UK und Bali machte sich direkt auf den Weg ins Hotel, während wir restlichen 4 uns auf den Weg zum Nachtmarkt machten. Es war fantastisch, da sie Indonesisch sprachen, bestellten sie alles mögliche an Essen bis unser komplettet Tisch voll damit war. Eins war besser als das andere und am Ende war einfach alles leer. Ich hatte sicherlich auf der ganzen Reise noch nie so viel auf einmal gegessen. Suppe, Hühnchen, Reis, Nudeln, Nachtisch, die verschiedenen Vorspeisen und sogar der Oktopus waren einfach unglaublich lecker. Es war der perfekte Abschluss, für zwei ganz außergewöhnliche Tage.

Kapitel 8

Die Moral von der Geschicht

2 Tage… 2 Tage, wie aus einem Fabelbuch. Voll von netten Menschen, den ungewöhnlichsten Tieren, den beeindrucktesten Inseln, den Geschichten, dem perfekten Wetter und den meisten Bildern aus denen man sofort Fotowände gestalten könnte. 2 Tage die ich mir niemals hätte so toll vorstellen können.

Aber, wie bei jeder guten Geschichte aus dem Fabel- oder Märchenbuch, gibt es auch eine Erkenntnis.

60 Tage bin ich nun auf Weltreise und in dieser Zeit trug ich sie jede einzlne Sekunde in mir. Gerade in Australien hat sich das allerdings nochmal unheimlich verstärkt. Hast du Träume in deinem Leben, welche das auch immer sein mögen, dann glaube an sie! Lass dich fallen, lass deine Ängste niemals gewinnen, wage den ersten Schritt, höre auf stundenlang über etwas zu grübeln, lass dich fallen und lass das Leben einfach mal den Rest übernehmen.

Kein Mensch ist frei von Ängsten, ich auch nicht, es gibt viele Dinge im Leben, die können wir nicht ändern, sie sind einfach so wie sie sind. Manche Dinge liegen aber komplett in unserer Hand, wir können sie ändern, wann immer wir das wollen! Wir sind an keinen Job der Welt gebunden, an keine Fesseln gelegt. Wir sind Frei und das jede einzelne Sekunde unseres Lebens.

So sitze ich im Nachtzug nach Sydney, schwelge in Erinnerungen, muss leise vor mich hinlächeln, habe jede Menge Bilder im Kopf, muss mich kneifen, bin dankbar, für alles was ich im Leben habe, für diese Möglichkeit die ich hier gerade ausnutze, für die Menschen die sich jedes Mal wieder freuen Beiträge von mir zu lesen, die mir schreiben, wie toll sie die Berichte finden. Für Familie und Freunde, für die Menschen die ich kennenlernen durfte. Für die Erlebnisse, die ich jeden Tag so vielfältig erleben darf. Für diese Freiheit, für alles was mich bis in diese Minute im Zug gebracht hat und voller Vorfreude auf das, was da noch alles kommen wird. Dankbar, für jeden Menschen in meinem Leben und für jedes Erlebnis ob groß oder klein. Sie sind alle, in ganz unterschiedlichen Art und Weisen, einmalig.

… DANKE …

(Dieser Beitrag ist schon einige Wochen alt, ich konnte ihn allerdings durch „nicht-vorhandes-Internet“ nicht vorher veröffentlichen)


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