Ich bin‘s mal wieder…

Seit meinem letzten wirklich richtigen Post sind schon wieder einige Wochen und sogar Monate vergangen. Nach 4 Wochen in Australien, ging es für mich weiter nach Neuseeland. 4 Wochen sollten es dort werden, mittlerweile sind es schon fast 2 Monate. Ich brauchte nicht lange um zu verstehen, dass ich hier so lange bleiben möchte wie es nur irgendwie geht. Das Schicksal erledigte den Rest. Nach einem ganz leichten Auffahrunfall zwischen Nelson und Richmond, gerade mal 1,5 Stunden nachdem wir zum ersten Mal unseren Fuß auf die Südinsel gesetzt hatten, landeten wir in Motueka, im erst besten Hostel was wir an der Straße sahen. Wir buchten für eine Nacht, zum ersten Mal wirklich wieder gegangen bin ich nach 3 Wochen. Ich war auf der gesamten Reise nie länger wie 4 Tage an einem Ort und dann ganze 3 Wochen in diesem einen Hostel. Eine ziemlich besondere Zeit für mich.

Die Menschen die ich dort kennenlernen durfte, sind in der kurzen Zeit nicht nur Freunde geworden, sie haben mich verändert, sie haben mir neue Chancen gegeben und sie haben mich unendlich viele Male so von Herzen lachen lassen, dass es sich anfühlte als würde ich sie mein ganzes Leben lang kennen.

In diesem Moment sitze ich alleine in meinem eigenen kleinen Camper Van und schreibe. Wer hätte das vorher gedacht?! Ich sicherlich nicht! Schwenke ich meinen Blick vorbei an meinem Laptop, gerade durch meine Windschutzscheibe, sehe ich einen unglaublich schönen See vor mir. Umgeben von Bergen und Wäldern. Was ein riesiges Abenteuer.

Das erste Mal sind Dori (mein Camper) und ich nun alleine unterwegs. Niemals im Leben hätte ich vor der Reise gedacht, dass sich dieser Traum in diesem Jahr erfüllen würde. So oft hatte ich mir vorgestellt, einen alten Bus zu haben, damit ein Land zu bereisen, anzuhalten wann immer ich das möchte, jeden Tag einfach zu genießen. Frei zu sein, noch Freier als ich es mir jemals hätte vorstellen können. Aber ich wusste auch immer, ein altes Fahrzeug hat so seine Macken, ein Grund für mich, zu wissen, dass sich dieser Traum nur schwer erfüllen lässt. Und Ja, Dori und ich hatten es nie leicht, von Anfang an nicht. Es hat mich so einige Nerven gekostet, hier an diesem Punkt zu sein. Zu alt, zu viele gefahrene Kilometer, zu viele Dinge zu Reparieren und dann, bei unserem ersten Road Trip die Probleme mit der Motorüberhitzung. Nein, leicht war es nie mit uns. Und trotzdem würde ich es heute jederzeit wieder genauso machen!

Als klar wurde, dass ich ein Auto kaufen möchte, hatte ich am Ende die Wahl zwischen zwei Modellen. Eins davon war Dori, ein alter Toyota, mit etlichen Kilometern, und einigen Dingen die sofort in der Werkstatt gemacht werden sollten. Alt, langsam und ein paar neue Einzelheiten im Innenraum waren auch nötig. Dagegen stand ein ziemlich neuer Wagen, mit allem möglichen Schnick Schnack den man sich vorstellen konnte. Der Preis war auch Ok, es fehlte nur noch eine neue Matratze und schon hätte ich damit über die ganze Insel düsen können. Er wäre kein Risiko beim Wiederverkaufen gewesen und ich hätte damit mit Sicherheit die nächste Zeit keine Probleme gehabt.

Ich war hin und her gerissen. Mein Verstand war ganz klar bei dem neuen Wagen, mein Herz allerdings schlug für Dori. Ich hatte keine Ahnung was ich machen sollte. Wie so oft im Leben schenkt das Universum dir etwas, dass dich weiterbringt. In meinem Fall war das ein neuer guter Freund aus Argentinien. Im Leben muss man manchmal etwas Riskieren und so siegte ganz klar mein Herz. Ein paar Tage später war Dori mein Camper. Und diese Entscheidung habe ich nicht eine Sekunde bereut. Nicht nur, dass sie hier mein Zuhause geworden ist, sie erfreut jeden der sie sieht. Sie war das Zuhause meines argentinischen Freundes als ich zwei Wochen lang auf den Fidschi Inseln meinen Bauch in die Sonne hielt. Sie war Transportmittel für jeden der eine Fahrt gebraucht hat. Sie war Gastgeberin als eine gute Freundin zwei Wochen lang zu Besuch war. Sie ist genau das, was ich mir immer erträumt habe. Sie fährt mit mir ganz langsam durch ein Land, an alle möglichen versteckten Orte, sie ist wohl das langsamste Auto am Berg und manchmal ist da eine Stelle die etwas zieht. Aber sie ist mein Zuhause, so weit weg von meiner Heimat. Ein weiterer Traum der sich erfüllte. Verrückt, wie alles seine Wege geht.

So sitze ich hier auf meinem Bett, den Herbst und Winter Neuseelands vor mir. Ich lese Bücher auf Englisch, schaue in die Ferne, Schlafe wann ich möchte, fahre oder bleibe einfach stehen, esse wann es mir danach ist und ich lerne Spanisch, in Vorbereitung auf einen weiteren Traum der sich während dieser Reise womöglich erfüllen könnte. Aber dazu erfahrt ihr mehr, wenn es soweit ist.

Und während ich so darüber nachdenke was alles in den letzten Wochen passiert ist, fange ich mal wieder an zu lächeln. Wie so oft in diesen letzten Monaten. Dieses Abenteuer ist einfach unglaublich!

 

4 Wochen voller Abenteuer in Australien. Gelernt was es heißt auf der Straße unterwegs zu sein, jeden Tag genossen, so viele neue Menschen, Orte und Dinge kennengelernt. Ich konnte Familie in die Arme schließen und mit Ihnen auf Reisen gehen. 4 Wochen auf dem roten Kontinent, zum ersten Mal in meinem Leben. Außergewöhnlich, dass kann ich euch sagen…

Und nun, seit fast 2 Monaten in Neuseeland, davon 2 Wochen auf den Fidschi’s. Ich habe ein Auto in einem völlig fremden Land gekauft, ich hatte Besuch aus der Heimat, neue unglaubliche Freunde aus der ganzen Welt gefunden. Den schönsten Mondaufgang meines Lebens erleben dürfen. Ich habe gelernt, was es heißt jemanden zu verlieren und dabei nicht zuhause zu sein. Aber auch unzählige unglaubliche Momente verbracht. Viel gelernt, Vertrauen geschenkt und wieder einmal unendlich dankbar.

 

Danke an Megan, Diana und Eckhart

Danke an Pia

Danke, Merci, Gracias, Thank You an unsere Happy Apple Family!

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And Gracias Rodrigo, my best Friend far away from home! Thank you for your help that my dreams come true and for taking care of my lovly car and me…

There are always different parameters of normality. 😊


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