Und dann ist es Zeit…

Nach fast 5 Monaten in einem Land, dass so ziemlich alles zu bieten hat, ist es nun Zeit Tschüss zu sagen. 4 Wochen sollten es am Anfang werden, nun sind es schon 141 Tage und gerade mal noch 3 Tage bis ich dieses wunderschöne Land wieder verlasse. Ein Abenteuer, vom ersten bis zum letzten Tag.

Wenn ich jetzt gefragt werde, ob ich auch alles gesehen habe, dann kann ich das mit gutem Gewissen verneinen. Nein, ich habe ganz sicherlich nicht alles gesehen, weder habe ich auch nur einen der sogenannten Great Walks gemacht, noch habe ich einmal eine Nacht in einer Hütte verbracht, ich konnte Wetterbedingt weder das Tongariro Crossing machen, noch war ich irgendwo Ski fahren. Nein, ich habe nicht ansatzweise so viel gemacht wie ich es in dieser Zeit hätte tun können. Aber, manchmal sind einfach andere Dinge wichtiger.

Ich war noch nie ein Mensch, der gerne alle Must-Have durchgegangen ist und diese dann unbedingt sehen wollte. Nein, das ist nichts was mit mir zu tun hat. Im Gegenteil, für mich gibt es verschiedene Arten von Quality Time. Du kannst die schönsten Momente an den atemberaubendsten Orten verbringen, oder du kannst mit Menschen aus der ganzen Welt gemeinsam ein unglaublich leckeres Dinner kochen. Quality Time hat einfach ganz viele Gesichter und es gibt mit Sicherheit viele, die ersteres bevorzugen würden und das ist auch absolut ok so. Ich würde allerdings immer wieder die gemeinsame Zeit mit fremden Menschen die zu Freunden wurden vorziehen.

Du kannst die schönsten und unglaublichsten Orte der Welt besucht haben, aber in den Zeiten in denen nicht alles am einfachsten ist, sind es nicht all die Orte die du auf TripAdvisor finden kannst, die dir zu Hilfe kommen. Es sind nicht die schönsten Walks der Welt, oder die abgefahrensten Erlebnisse. Nein, es sind immer die Menschen, die bei diesen nicht ganz so einfachen Momenten für dich da sind.

Ich habe schon immer an die Kraft des Universums geglaubt. Und auf dieser Reise, hat es sich unzählige Male bestätigt. Wenn die Wolken am Himmel zu viele wurden, war ich stets umgeben von Personen die mir wichtig waren und die mir helfen konnten.

Es sind Menschen, die besondere Momente noch schöner machen, die mit dir lachen, die ihre Geschichten erzählen, die dir neues beibringen, die bei dir sind und die dich einfach in den Arm nehmen. Wenn ich die Chance hätte diese 5 Monate noch einmal zu erleben, würde ich genau den gleichen Weg wieder gehen! Ja, ich würde immer wieder die vielen Nächte an den gleichen Orten umgeben von tollen Menschen bevorzugen. Jede Nacht an einem anderen Ort verbringen zu können ist fabelhaft, absolut, aber es ist auch einfach anders. Nein, ich habe nicht alles gesehen, aber das spielt für mich keine Rolle, denn diese Zeit war für mich einfach perfekt, genau so wie sie war.

Ich bin nun schon seit 2,5 Wochen auf der Nordinsel unterwegs. Ohne Dori. Mein geliebter bunter Van ist auf der Südinsel geblieben. Mein Zuhause für 4 Monate hat einen tollen Platz bei einem sehr guten Freund gefunden. Es ist verrückt wenn ich darüber nachdenke, in 4 Monaten habe ich genau 15 Nächte nicht in ihr verbracht. Die Gründe sind recht einfach: für 12 Nächte war der Grund unser Urlaub auf den Fidschis und die restlichen 3 schlief ich aufgrund einer Erkältung in einem Haus in Christchurch. Egal ob Dauerregen, Kälte oder gefrorene Scheiben, ich habe jede einzelne Nacht davon mit ihr verbracht. Sie war mein Zuhause an einem Ort der so weit weg von meinem wirklichen Zuhause war. Auch wenn unsere Zeiten nicht immer einfach waren, ich werde sie ganz sicher nie wieder vergessen und sie wird für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben.

 

Die letzten Wochen auf der Südinsel war mein „Hauptwohnsitz“ Christchurch. Klar, habe ich immer wieder Touren gemacht, aber diese dann nur für ein paar Tage. Zurückgekommen, in dieses kleine Haus, voller Freunde, bin ich immer wieder. Wie es dazu kam, das ist eine lustige Geschichte des Universums. Denn wenn sich Menschen in einer Großstadt treffen, die keinerlei Ahnung haben, wo sich der andere gerade befindet, dann auf dem gleichen Parkplatz parken und der eine Part davon Dori zwischen all den anderen Autos findet, dann macht das Universum einen ziemlich guten Job. Ab da an war klar, ich will noch mehr Zeit mit diesen Leuten verbringen. Und genau das tat ich, zuerst war die kleine Stadt Motueka meine Basis und dann wurde es ein Haus voller Freunde in Christchurch. Was hatten wir dort ein Spaß, verrückte Geschichten, unglaubliche Dinner und einfach eine tolle Zeit. Und ja, auch in dieser Zeit habe ich jede Nacht in Dori verbracht, denn glücklicherweise war dieses Haus in zweiter Reihe, was bedeutete, dass Dori in der Einfahrt stehen konnte und ich somit die Nächte draußen verbringen konnte.

Wenn ihr mich gerade sehen könntet. Ich sitze in meinem Hostel, auf einer Fensterbank umringt von einem großen, unglaublichen Fenster. Vor der ziemlich Bunten Hausfassade ist eine Straße, dahinter eine Wiese, dann kommt schon der Strand und dann ist da schon das Meer. Bei all diesen unglaublichen Erinnerungen habe ich ununterbrochen ein Lächeln im Gesicht.

Dieser Ort heißt Whitianga. Ein kleines, tolles Dorf direkt am Meer. In der Winterzeit ist hier einfach so gut wie nichts los, und genau das liebe ich. Mein Hostel ist die meiste Zeit ziemlich leer. Die Straßen sind mehr oder weniger voll von Einheimischen, die sofort anfangen mit dir zu reden, sobald du sie grüßt. Es fühlt sich an, als wäre ich schon Monate hier. Zu tun gibt es hier nicht wirklich viel, aber das ist auch nicht weiter schlimm. 2 Tage konnte ich mit einem 19-jährigen Mädel aus Schwaben verbringen, wir haben so unglaublich viel gelacht und es tat so gut mal wieder all den verrückten Mädchenkram zu machen. Mit ihr habe ich auch zum ersten Mal in meinem Leben Trampen ausprobiert (hat super einfach funktioniert und ist hier ganz normal). Dann genieße ich wieder die stillen Momente, ein einfacher Spaziergang in einer der unzähligen Buchten, die Menschenleer sind. Ein Kaffee, mit meiner französischen Hostelmitbewohnerin, oder eine kleine Rundfahrt mit einem anderen Franzosen aus unserer Unterkunft.

Und heute, ja da genieße ich den Sonnenschein, schreibe diese Zeilen und werde später wieder am Meer entlang spazieren, eine heiße Schokolade trinken gehen und einfach alles genießen.

Geht an euren Kühlschrank, holt euch was Leckeres zu essen, nehmt euch ein Bier, geht Einkaufen und gönnt euch was schönes oder lehnt euch einfach zurück, atmet tief durch und denkt immer daran:

Das Leben ist einfach nur dazu da, um es zu genießen!


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