Ich bin zurück…

8 Wochen bin ich nun schon wieder Zuhause und es gibt genau eine Frage die ununterbrochen gestellt wurde: „Wie war es denn jetzt“? Meine Antwort ist meist recht kurz, denn was mir in diesem Moment für Bilder wie im Zeitraffer durch meinen Kopf strömen, lässt sich nur schwer mit Worten erklären.

1 Jahr als Frau alleine auf Weltreise. 1 Jahr voller unwirklicher Momente, voller neuer Freundschaften, voller unglaublicher Orte. 1 Jahr in dem sich so viel verändert hat, in dem ich mich verändert habe und doch blieb irgendwie auch alles gleich. Wie kann man also diese rund 365 Tage jemand anderen beschreiben.

Wir versuchen es! Stell dir vor du spielst die Hauptrolle in deinem ganz eigenen Hollywood Blockbuster und das für ein ganzes Jahr. Mit Erlebnissen von denen du denkst die gibt es nur im Kino zu sehen. Und dann schickst du einen Trailer an Freunde, 2 Minuten in denen so viel wie möglich zu sehen sein soll. Manchmal hat man tatsächlich Pech und in den 2 Minuten sieht man die besten Szenen aus dem ganzen Film, ich garantiere Euch, bei einer Reise wie diese, sind die besten Momente noch immer in deinem Kopf. Genau SO ist es auch bei mir. Wenn ich Menschen von meinen Geschehnissen erzähle, bin ich mitten drin. Ich spüre die Wärme auf meiner Haut, die juckenden Mückenstiche, den Sand zwischen meinen Füßen, die kühle Brise oder das einfache Gefühl von unendlicher Freiheit. Mir reicht ein kleiner Bildfetzen und ich bin zurück, zurück in einem Zug in Sri Lanka, in einem kleinen Flugzeug in Australien, liege wieder am Strand von den Fidschis oder wandere durch die Berge von Peru.

11 Länder, ein Jahr und ich.

Aber wie ist es nun als Frau alleine auf Weltreise zu sein? Es ist toll, aber es ist auch kein Urlaub. Ja, ihr habt richtig gelesen, es ist kein Urlaub auch wenn das viele oft denken. Die Realität sieht so aus, ich hatte ca. 16,5 kg Gepäck auf meinem Rücken und 7 kg in einem kleinen Rucksack vorne. Damit bin ich jede Strecke (z. B. Unterkunft – Busstation) bis 2,5 km gelaufen. Egal wo, ob auf 3000 m über dem Meeresspiegel oder direkt neben dem Meer. Ich bin z. B. unzählige Stunden Bus gefahren, saß 25 x in einem Flugzeug, habe 4 Nächte am Flughafen verbracht und mich die meiste Zeit von Nudeln in allen möglichen Variationen ernährt. (Keine Sorge, ich liebe Pasta noch immer).

So viel zu Reisen, bedeutet auch doch etwas Arbeit. Denn gerade beim alleine reisen, trifft man jede einzelne Entscheidung selbst. Und davon gibt es täglich so einige. Es ist anstrengend, ermüdend und manchmal ist man bei der Frage, was es heute zum Essen gibt schon etwas überfordert.

In Situationen die nicht direkt überschaubar sind, ist da kein anderer den man mal kurz um Hilfe fragen könnte. Keine zweite Meinung, ob wir nun diesen Tuck Tuck Fahrer nehmen sollten, oder doch lieber einen anderen. Jede einzelne Entscheidung eines Tages liegt bei dir. Soll ich nun rechts oder links gehen, soll ich in dieses oder jenes Land weiterziehen, soll ich diese Tour für diesen Betrag buchen, oder lieber das Geld für etwas anderes ausgeben. Es ist tägliche Arbeit, nicht nur körperlich, sondern auch kopftechnisch nie langweilig. Es erfordert Momente der Planung, der Selbstsicherheit und ein gewisses Maß an Vertrauen ins Universum. Man muss sich durchsetzen können, auf seinen Bauch hören, genauso aber auch immer mit dem Verstand dabei sein.

Ja es ist anstrengend, und dennoch würde ich jedes Mal wieder genau diese Entscheidung treffen. Denn dieses Jahr war mein eigener Hollywood Blockbuster mit mir selbst in der Hauptrolle. Ich schlenderte durch Städte, saß in Gärten, probierte die unterschiedlichsten Gerichte, lachte mit fremden und erwischte mich unzählige Male dabei zu hoffen, meine liebsten könnten mich genauso jetzt zuhause sehen. Ich machte die Welt zu meinem Film und jedes Abenteuer war ein unglaubliches Kapitel in dieser total verrückten Geschichte.

Ja, ich kann es nur jedem empfehlen, ob alleine oder in Begleitung. Hast du diesen Traum, tue es! Egal in welchem Alter, ob du mehr als eine Sprache sprichst – oder nicht – du wirst es lernen, und auch egal ob du denkst du schaffst es nicht! Geh den ersten Schritt, und du wirst es sicherlich nicht bereuen.

Das gilt übrigens nicht nur für eine Weltreise. Es gilt für das ganze Leben. Wenn dich etwas nicht glücklich macht, ändere es. Wir sind nicht hier um etwas zu machen, was uns nicht erfüllt, wir sind hier um jede einzelne Sekunde zu leben.

Mach den ersten Schritt und du wirst sehen, die ganze Welt kann zu deinem Spielplatz werden.

 

P. S. Manchmal vergessen die Menschen, dass es im Leben kein Scheitern gibt. Weder auf einer Weltreise noch bei etwas anderem. Wenn das Universum nicht will, dass etwas klappt kannst du es versuchen wie du willst – es wird nicht funktionieren. Aber das alles hat nichts mit scheitern zu tun. Es ist nur ein Weg von vielen, der eventuell nicht funktioniert hat. Ich kann Euch sagen, selbst im abgelegensten Winkel der Erde, ist da immer noch ein weiterer Weg.

Was hält einen dann noch davon ab seine Träume nicht zu verwirklichen, wenn es nicht die Angst ist zu scheitern – jep genau das – NICHTS!


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